SAKE RICHTIG GENIESSEN!
Gebraut wie Bier, aber mit einer Konsistenz irgendwo zwischen Wein und höherprozentigen Drinks, hat Sake ein extrem breites Verwendungsfeld! Mehr noch, Sake, als Kategorie, hat eine größere Bandbreite an Aromen und Geschmacksnuancen als Wein! Diese Aromen resultieren aus der Zusammenwirkung von Reis, Wasser, Hefe, und Koji (dem Edelschimmel ‚aspergillus oryzae’) orchestriert vom Toji (Braumeister) in einem komplexen Brauprozeß.
Das resultierende Getränk (und wir sprechen hier NUR von Premium Sake) ist typischerweise leicht, mild, vielschichtig und sehr komplex – Derartige Premium Sake sollte grundsätzlich (von sehr (!) wenigen Ausnahmen abgesehen…) KALT, wie Weisswein, getrunken werden; Wird Premium Sake erhitzt, verflüchtigen sich all die komplexen, vielschichtigen Aromen und es bleibt ein alkoholischer Reisgeschmack… Also, immer schön kalt genießen!
Das richtige Glas ist ebenfalls wichtig um Premium Sake zu genießen. Traditionell wird Sake oft in kleinen Ton- oder Glasschalen serviert – dies ist der extremen Höflichkeit der Japaner zu verdanken! (die Logik geht so: es ist höflich sich gegenseitig einzuschenken; kleine Gläser sind schneller leer, also haben wir viel mehr Gelegenheit höflich zu sein…). Natürlich können Sie Ihren Sake aus einem kleinen Gefäß schlürfen – aber zur Entfaltung des vollen Sakearomas empfiehlt sich ein schönes großes Weissweinglass!
Und das kann man alles damit machen:
Pur – einfach so; schön gekühlt im Weissweinglass als Aperitif, Digestif, am Kamin, Pool…
Zum Essen – Sake ist extrem einfach mit einer sehr großen Bandbreite an Gerichten zu paaren; Wie bei der Weinpaarung gilt es, die richtige Balance zwischen dem Essen auf der einen Seite und der Säure und dem Alkohol andererseits zu finden. Im Wein wird dies durch einen relativ hohen Gehalt an Weinsäure, Apfelsäure, Zitronensäure und Essigsäure kompliziert – ein gutes Weinpairing muß diese hohen und unterschiedlichen Säuregehalte berücksichtigen.
Sake dagegen hat keine Weinsäure, nur ca. ⅛ der Essigsäure, und insgesamt nur ca. ⅕ Gesamtsäure; außerdem hat Sake keine Sulfate und kaum Tannine.
Zusammen mit einem etwas höheren Alkoholgehalt (typischerweise um die 16%) sorgt dieser geringerer Säuregehalt für eine viel einfacheres ‚pairing’ als beim Wein – mit anderen Worten, Sake passt zu fast allen Speisen (wobei man schwere Saucen vermeiden sollte…)
Eine weitere Besonderheit des Sake ist dass er relativ viel succinic & Glutaminsäure, enthält, welche für die ‚fünfte’ Qualität des Geschmackssinns, dem sog. „Umami“ (was soviel wie ‚herzhaft, wohlschmeckend, vollmundig’ bedeutet) verantwortlich sind. Dies erklärt warum Sake der perfekte Begleiter zu Fischgerichten aller Art ist, da Fisch ebenfalls viel Umamigeschmack hat!
Als Cocktail – sanft, nuanciert, mit ca. 16% Alkoholgehalt, ist Sake eine exzellente Basis für innovative Cocktails! Das wichtigste beim Cocktail-kreieren ist, daß es schmeckt! Aber ein paar einfache Faustregeln helfen dorthinzukommen:
- Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten oder Gegenteilen
- Sake ist sanft und sollte nicht mit zu dominierenden Alkoholika wie Bourbon gemixt werden; dagegen passt Vodka oder Gin sehr gut als Begleiter um die sanften Sakearomen herauszuarbeiten
- Gurke, Ingwer, Lime passen hervorragend dazu
- Jede Menge tolle Rezepte gibt es auf unserer Cocktailseite!